Bilder Leben!
Zur Theorie und Geschichte des Bildanimismus
13./14. Januar 2011, Veranstaltungsort: Wien
Eine Tagung des Internationalen Forschungszentrums
Kulturwissenschaften (IFK) Wien in
Zusammenarbeit mit dem Graduiertenkolleg Mediale Historiographien
an den Universitäten
Erfurt, Jena und Weimar; gefördert von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft.
Bilder geben zu sehen, Bilder geben zu denken, Bilder geben Zeichen.
Diesen
phänomenologisch, kognitivistisch und semiologisch verorteten Gaben wird
heute von
etlichen Bildtheorien eine weitere Bildfunktion hinzugefügt: Bilder sind
imstande, die dem
Sehen und Hören vorgelagerten Strukturen und Prozesse von Körper und
Bewusstsein des
Betrachters unmittelbar zu formen. Sie hinterlassen Spuren und lassen
den Betrachter
physisch affiziert zurück; sie greifen ein und ändern ihn: Bilder
handeln.
Wie ein Schatten verfolgt diese Bildmacht die dominanten
Repräsentationsfunktionen. Sie
animiert die Darstellungsfläche sichtbarer Gegenstände und wandelt sie
zu einem Organismus
zirkulierender Energien und Fantasmen. So entsteht das Bild als
wirkmächtiges Double
(Morin) des Menschen: Bilder leben.
Mit der Beschreibung dieses Wechselspiels aus Animation und Animismus
greifen Kultur- und
BildtheoretikerInnen auf den reichen Fundus ethnographischer
Untersuchungen zur
Bildmacht zurück. Ihre Beiträge werden die Fragen der Bild-Pragmatik,
der Wirkkraft und
Effektivität, der Veränderungsmacht und Partizipation im Akt der
Bilderverwendung
untersuchen.
Vortragende:
Hans Belting (Em. HfG Karlsruhe, angefragt)
Dominique Chateau (Paris I)
Gertrud Koch (FU Berlin)
W. J. T. Mitchell (University of Chicago)
Edgar Morin (Em. CNRS Paris, angefragt)
Elisabeth von Samsonow (Ak. Wien)
Konzept und Einführung:
Karl Sierek (Mediale Historiographien, FSU Jena)
|